Erstes Podium der Saison

PodiumDas erste von sieben World Series by Renault Weekends der Saison 2015 fand wie in den vergangen Jahren auf der attraktiven Strecke Motorland Aragon in Alcaniz, Spanien statt. Die Wettervorhersagen für das Wochenende vom 25./26. April waren nicht schlecht; Sonne mit leichter Bewölkung mit Tageshöchsttemperaturen von etwa 22 – 23 Grad wurde vorausgesagt. Für die Rennen waren 29 Fahrer gemeldet. 

Am Freitag hatten wir Fahrer des Formula Renault 2.0 Eurocups zwei freie Trainings à 50 Minuten. Diese liefen ganz gut. Ich war jeweils vierter. Am Morgen hatte ich mit dem neuen Satz Reifen viel Verkehr. Und am Nachmittag stellte mein Mechaniker kurz vor dem zweiten Training fest, dass meine Lenksäule gebrochen war. Sie konnten sie zwar noch reparieren, aber nicht mehr optimal einstellen. So war ich mit meinen Resultaten in den Trainings ganz zufrieden und freute mich auf das Qualifying am Samstagmorgen.

Qualifikation für Rennen 1 + 2

Gemäss Reglement gibt es pro Rennen eine Quali-Session zu 15 Minuten Länge. Die Teilnehmer werden dafür in zwei Gruppen aufgeteilt, welche ihre Session direkt aufeinander folgend absolvieren. Da es hier in Alcaniz drei Rennen gab, aber nur 2 Qualis, zählte die schnellste Runde für das erste Rennen und die zweitschnellste Runde für das 2. Rennen. Ich war in der ersten Gruppe, und um 09.15 Uhr ging es los. Das Quali lief sehr gut und ich lag bis kurz vor Schluss auf P1. Leider war dann aber ein anderer Fahrer auf seiner letzten Runde noch etwas schneller. So wurde ich mit 0,044 Sekunden Rückstand zweiter in meiner Gruppe. Meine zweitschnellste Runde war aber die schnellste „zweitschnellste Runde“ und damit war ich in der ersten Startreihe für das zweite Rennen. Da die Strecke so früh am Morgen eigentlich immer schneller wird, war mir klar, dass die zweite Gruppe die besseren Zeiten fahren wird, und ich für das erste Rennen den 4. und für das zweite Rennen den 2. Startplatz haben werde.

Rennen 1 (25 Minuten + 1 Runde)

Um 12.40 Uhr ging es pünktlich los zum ersten Rennen. Mein Start klappte gut und ich konnte in der ersten Runde einen Platz gut machen und lag somit an dritter Stelle direkt hinter dem zweiten jedoch auch nur knapp vor dem vierten. Ich konnte meine Position bis in die siebte Runde halten, als ich etwas zu viel riskierte und deshalb von der Strecke kam. Dies kostete mich leider zwei Plätze, da meine Verfolger direkt hinter mir waren. So beendete ich das Rennen auf P5

Rennen 2 (25 Minuten + 1 Runde)

Das zweite Rennen fand am Samstagnachmittag um 16.40 Uhr statt. Für dieses Rennen galt nun die zweitbeste Rundenzeit des 1. Qualis als Startplatz. Ich startete auf P2, kam gut weg und konnte meine Position verteidigen. Gleich nach dem Start gab es in zwei Kurven Unfälle, welche zuerst gelb auslösten und dann sogar das Safety Car. Nach 4 Runden hinter dem Safety Car kam es zum Restart, bei dem ich kurz unter Druck kam aber meine zweite Position verteidigen konnte. Leider konnte ich P1 nie wirklich angreifen, obwohl ich gegen Ende des Rennens die schnellste Rennrunde gefahren bin. Ich beendete das Rennen auf dem zweiten Platz mit nur 1 Sekunde Abstand zum Sieger. 

Qualifikation für Rennen 3

Die Qualifikation für das dritte Rennen fand am Sonntagmorgen statt. Nun war ich in der zweiten Gruppe. Es war wieder schönes Wetter gemeldet. Nach der guten Qualifikation am Vortag und der schnellsten Rennrunde war ich zuversichtlich, mich diesmal ganz vorne qualifizieren zu können. Kurz vor der ersten Gruppe begann es dann leicht zu tröpfeln. Es hörte aber schnell wieder auf, und so war es bis zum Ende der ersten Gruppe wieder fast trocken. Gerade als die erste Gruppe dann fertig war, kam dann aber ein stärkerer Regenschauer, und die Strecke war nun richtig nass. Wir wechselten wie alle anderen auch auf die Regenreifen, und dann begann schon das Quali. Die Strecke war am Anfang sehr rutschig, nach zwei Runden haben dann aber doch 3 Fahrer auf Trockenreifen gewechselt. Die Strecke wurde von Runde zu Runde trockener und schneller. Es war klar, dass die schnellste Runde ganz am Schluss möglich ist. Meine letzte Runde hat auch gut begonnen, ich hatte gute Zeiten im ersten und im zweiten Sektor. Als ich dann auf der langen Gegengeraden war, wurde ich plötzlich von einem Fahrer auf Slicks überholt. Dieser bremste aber für die letzte Kurve sehr früh. Ich musste ihm ausweichen und habe ihn damit auch zurücküberholt. Dies hat mich jedoch viel Zeit gekostet, und ich wurde nur 8ter in meiner Gruppe, was den 16. Startplatz bedeutete. Ohne das Überholmanöver im letzten Sektor wäre ich locker der Schnellste auf den Regenreifen gewesen, dies wäre immerhin noch 4ter in der Gruppe gewesen. Die Fahrer, die auf Slicks gewechselt haben, hatten Glück. Bis 2 Runden vor Schluss waren sie noch viel langsamer.

Rennen 3 (25 Minuten + 1 Runde)

Das dritte Rennen war dann am Sonntagmittag um 12.20 Uhr. Kurz vor dem Rennen begann es richtig fest zu Regnen. Mit dem 16. Startplatz war ich froh, wenn ich noch ein paar Punkte einfahren konnte, diese gibt es aber erst ab dem 10. Platz. Ich hatte eine gute erste Runde und konnte bereits ein paar Plätze gutmachen. Es lag aber sehr viel Wasser auf der Strecke, und so war die Sicht sehr schlecht, da das Wasser durch die Reifen stark aufgewirbelt wurde. Ich konnte gut mit dem Vordermann mithalten, machte keine Fehler, und kam nochmals ein Paar Plätze nach vorne. Es kam dann aber wegen einem Crash das Safety Car raus. Es regnete dann noch stärker, und so passierten gleich zwei Unfälle hinter dem Safety Car, da die Sicht so schlecht war. So bin ich auf den 7. Platz vorgerückt und das Rennen wurde bis zum Ende nicht mehr freigegeben. So konnte ich doch noch ein paar Punkte einfahren.

Die Rennen können jeweils im Eurosport geschaut werden. Das Rennen 2 + 3 wird am 27. April um 12.30 Uhr auf Eurosport 2 ausgestrahlt.

Nach so einem Rennwochenende möchte man als Fahrer gleich weitermachen und wieder Vollgas geben. Nun ist eine kleine Rennpause bis 24./25. Mai. Dann finden die NEC Rennen in Silverstone, England statt. Ich freue mich riesig auf diese für mich neue, traditionsreiche Formel 1 Strecke.

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